Samstag, 27. Januar 2018

Der Bischof kommt!

Der Bischof der Diocese of Bijnor und wir sind ganz schön enge Freunde. Seit wir ihn letzten September bei einer Kommunion kennengelernt haben, ist er auf jeder heißen Party, auf der wir auch sind. Heiße Party heißt in dem Fall: Schuljubileen, Basketballturniere oder Weihnachtsessen mit ganz vielen Nonnen und Pfarrern.

Das bedeutet natürlich, dass er sich auch zum Tag der offenen Tür in Pabau blicken lässt. Und auf diesen Augenblick arbeiten wir die ganzen drei Wochen, die wir in der kleinen Schule hier verbringen, hin. Wir hängen uns voll rein und üben mit den Erstklässlerinnen und Erstklässlern eine Zirkusshow ein. Dabei lernen wir folgende Lektion: Wähle als Hintergrundmusik niemals ein Lied dessen Text lose übersetzt „Schüttel deinen ganzen Körper“ lautet, sonst schütteln alle Kinder ihren ganzen Körper und die Pyramide bricht zusammen. Des Weiteren  üben wir mit den Moderationskindern ihre Texte ein und verzweifeln ein kleines bisschen daran, dass wir ihnen beim besten Willen nicht verklickern können, dass man die Stimme am Ende vom Satz senken sollte.

Aber womit wir ohne Frage die meiste Zeit verbringen, ist mit dem Anfertigen der Dekoration. Es müssen unter Anderem Willkommensschilder, Ornamente zur Wandverschönerung und Ornamente zur Kindverschönerung gebastelt werden. Ja, wir basteln so viel, dass wir tatsächlich keine Lust mehr auf basteln haben! Jedenfalls heißt die wichtigste Regel hier: Mehr (Glitzer) ist mehr. 

Auf das Produkt sind wir dann aber wirklich stolz!

...und können auch nicht widerstehen, den gebastelten Schmuck selbst anzuziehen!

Die letzten Tage vor dem Bischofsbesuch spielt alles verrückt: Der normale Schulbetrieb ist außer Kraft gesetzt, es gibt zweimal täglich einen Komplettdurchlauf des Programms und es kommt Panik auf, weil noch nicht alle Kostüme da sind. Wir geben die Weisheit weiter, dass die Generalprobe schlecht laufen MUSS, damit die Aufführung gut wird. Leider sind der Direktor der Schule und die Lehrerinnen nicht so überzeugt.

Am verheißungsvollen Tag läuft alles glatt, vielleicht ein bisschen zu glatt. Da die Kinder die Pyramiden zum ersten Mal in ihren Kostümen üben, sind sie nicht darauf vorbereitet, wie rutschig diese sind. Aber trotz einem Abrutscher stehen die Pyramiden und die Masse ist hellauf begeistert.  Wir kommen sogar in die Zeitung! Auch alle anderen Tänze werden einwandfrei aufgeführt. Dank der vielen Proben, könnten auch wir inzwischen jeden Tanz ohne Probleme mitmachen. 


           
Nach erfolgreicher Aufführung werden die Kinder mit Samosas belohnt und es gibt ein Essen für alle Lehrerinnen. Danach wird noch rumgealbert und getanzt und zur Belustigung der Lehrerinnen tanzen auch die beiden hier ansässigen Pfarrer mit. Dann steckt der Bischof auch noch seinen Kopf zur Tür herein und genießt die gemütliche Atmosphäre. Darüber sind nicht nur wir ein wenig überrascht, denn sonst ist der Bischof eine absolute Respektsperson. Aber wenn wir, seine besten Freundinnen dabei sind, kann man schon mal etwas entspannter sein…


Der geschmückte Festsaal




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