Samstag, 12. August 2017

Von Chudis und Chakras – zwei Tage in und um Coimbatore

Am Dienstag, unserem ersten richtigen Tag in Indien stand nachmittags etwas auf dem Programm, auf das sich vor allem schon die weiblichen Freiwilligen gefreut hatten: indische Klamotten einkaufen! Nach circa eineinhalb Stunden sind wir mitten im Zentrum von Coimbatore. Um zum Kaufhaus „Chennai Silk“ zu kommen, steht schon die erste Herausforderung an - die Hauptstraße überqueren. Hier wird man eher angehupt und angefahren als von einem Auto oder Motorrad über die Straße gelassen zu werden. Mit Maltis Anleitung schaffen wir es sicher auf die andere Straßenseite und stehen in einem klimatisierten Geschäft, das vor allem eins ist – bunt.


Während die drei Jungs nach einer Stunde schon fertig sind und Coimbatore erkunden, werden wir 13 Mädels immer noch von übereifrigen Verkäufern und Verkäuferinnen beraten und kommen mit dem Anprobieren gar nicht hinterher. Nach mehr als drei Stunden hat sich jede für 2-3 Chudis entschieden. Ein Chudi oder auch Chudida besteht aus einem Oberteil, welches bis zum Knie geht, einer lockeren Hose und einem Schal, der um die Schultern gelegt wird.

Während in der Schneiderei unsere Ärmel angepasst werden, haben wir doch noch eine halbe Stunde Zeit um ein bisschen an der Straße entlang zu gehen. Dabei entdecken wir auch einen kleinen hinduistischen Tempel, in den wir herein gewunken werden. Ein kleiner Vorgeschmack auf Mittwoch.

Im Gegensatz zum fast schon luxuriösen Kaufhaus, besuchen wir an diesem Tag  ein Meditationszentrum, das am Rande von Coimbatore liegt. Eine riesige Statue von Hindu-Gott Shiva begrüßt uns.


Im Meditationszentrum selbst werden wir nach Geschlecht aufgeteilt und dürfen dann in heiligem, mit Kräutern versetztem Wasser baden, einen spirituellen Stein berühren und uns unter einem Wasserfall stellen. Das Ganze fördert das körperliche und geistige Wohlbefinden. Anschließend wohnen wir einem Prozess zur Ehrung der Göttin des Femininen bei. Zum Schluss werden einem Blätter mit aryuvedischer Wirkung zum Essen gegeben und wie alle indischen Teilnehmer malen auch wir uns einen roten Punkt auf die Stirn.
Dabei kamen zumindest bei mir gemischte Gefühle auf. Auf der einen Seite ist es total toll Teil einer solchen Prozedur zu sein und die Spiritualität zu erfahren, zum anderen fühlt man sich auch nicht ganz richtig platziert. Das vor allem, weil man sich nicht richtig im Klaren darüber ist, was man im Moment gerade eigentlich macht und nur den Anderen nachmacht.

Kameras waren im Zentrum nicht erlaubt, deshalb gibt es leider auch keine Bilder. Allerdings ist das auch eine gute Sache, denn so ist man wirklich nur auf den Moment fokussiert und nicht die ganze Zeit bemüht einen Eindruck oder ein Gefühl festzuhalten. Das klappt eh nie so wie man sich das vorstellt. Und so hab ich mich tatsächlich sehr entspannt und gut gefühlt, als wir das Meditationszentrum verlassen haben
.
Dienstag und Mittwoch waren beide sehr spannende Tage, wenn auch komplett unterschiedlich.

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